Nach(t)forschung

27. April 2014 um 20:36 Uhr

Der Kopf explodiert
wie eine schnalzende Zunge
die auf Zeilen peitscht

Übermüdet an Bildern & Konzepten
nimmt er noch einmal richtig Schwung
sich tief einzubuddeln
unter die vielen Sandkörner aus Buchstaben
um von Schlaf und Nacht unentdeckt
im Lichte seiner eigenen Flamme weiterlesen zu können

Kategorie Lyrik | Kommentare (0)

… aus einem Brief an einen Freund

um 20:32 Uhr

„Wendepunkte tun gut. Wir rammen unseren Anker in den Boden wie den Pflock in einen nicht greifbaren Vampir. Wir markieren Punkte auf der linearen Landkarte unserer Reise durch das Leben. Aber endlich rasen wir nicht, getrieben von der Sehnsucht, alles mitzunehmen bevor wir sterben – nichts auszulassen. Nein, hier an den Wendepunkten atmen wir tief durch, schlagen Wurzeln in den Boden und saugen die Nährstoffe, diese wichtigen Elixiere, auf in unseren Geist, unser Herz, unsere Seele oder in welche konstruierte Kammer auch immer. Ja, es sind alles konstruierte Kammern, mein guter Freund. Die Wirklichkeit ist immer gleichzeitig das, was sie ist und das was wir sehen. Wir nehmen immer nur einen Teil von ihr wahr, aber hier an den Wendepunkten, deren Klarheit uns wie ein lauwarmer Frühlingswind auf einer Bergspitze umweht – hier packen wir die Wahrhaftigkeit und erblühen. Und was fühlen wir uns geborgen, nah an der Quelle des Gipfels. Eine Quelle, die uns schon bald wieder mit hinab nehmen wird, tief im Tal in die Erde sackt und sich dort wandelt in einen reizenden Fluss der Unterwelt oder zu Wolken transformiert, um als kleiner Tropfen niederzufallen – wieder zurück am Wendepunkt, am Gipfel des Berges unserer Existenz.“

 

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