Genie und Wahnsinn

25. November 2012 um 23:31 Uhr

Zu einer Zeit, gefahrvoll und unheimlich, trug es sich zu, dass zwei Seelen sich trafen.
Es waren das Genie und der Wahnsinn. Gemeinsam wollten sie zu einem Ort, dem Unbekannten gelangen. Sie pendelten zwischen Höhen und Tiefen und jedes Mal traten sie weiter ein; mit enormen Schwung durch sanfte Tragödien und sterbende Schmerzen.
Eines Tages, als der Wahnsinn schlief, kam das Genie und nahm dem Wahnsinn all‘ seine bösen Gedanken und verstreute sie als leuchtende Sterne am dunklen Umhangder Nacht. Als der Wahnsinn erwachte, sah er seine uralten Tugenden am Himmel und begann zu sterben.
Das Genie erschrak und flüsterte:
„Ich wollte dich doch bloß befreien!“ Der Wahnsinn aber entgegnete:
„Was du Wahnsinn nennst, war schon immer frei!“
Nachdem er noch ein letztes Mal die Augen des Genies angestarrt hatte, starb der
Wahnsinn und folgte seinen bösen Gedanken bis hinauf zu den Sternen.
Seit jenem Tage fallen als Sternschnuppen getarnte Abschiedstränen vom endlos
trauernden Himmel und vergeblich versucht das Genie eine zu fangen.

Kategorie Lyrik | Kommentare (1)
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