Wie „Allein“ entstand …

7. März 2013 um 20:15 Uhr

Ich ging die vielen Treppen hinunter bis zur letzten Stufe. Hier blieb ich einen Moment stehen und blickte in die Ferne. Am anderen Ende der Wiese saß er – ganz alleine hockte er im Schneidersitz vor einem Schreibblock und ließ den Stift in seiner Hand langsam durch die Luft kreisen, als wollte er Gedanken damit einen Raum geben. Ich hatte diesen blonden Lockenkopf bei unserem letzten Treffen stundenlang aus meiner Welt erzählt. Dann hatten wir uns eine Weile nicht gesehen. Jetzt freute ich mich meinen neuen Bekannten wiederzusehen. Entspannt und die Sonne im Nacken schlenderte ich auf ihn zu. Er empfing mich mit einem charmanten Lächeln, ganz wie es heute noch seine Art ist, wenn ihm Menschen begegnen, die er gerne hat. Ich ließ mich neben Matthi in Gras fallen und wir plauderten wieder ein wenig übers Musik machen und die Idee, gemeinsam an Liedern zu arbeiten und diese aufzunehmen. Auf dem Schreibblock, dessen Blätter sich mittlerweile vom angenehm warmen Wind anheben und zurückfallen ließen, stand in großen Buchstaben „ALLEIN“ und darunter einige Zeilen, teilweise durchgestrichen oder zu Strophen geordnet. Ich weiß nicht mehr, ob er mir den Text vorlas oder ich selber gelesen habe. Jedenfalls gefiel mir sein Schreibstil und die Art, mit der er komplexen Gefühlen eine einfache Sprache gab. Ein paar Wochen später stand er dann vor meiner Tür und wir haben „Allein“ aufgenommen. Jetzt lebt er mehrere hundert Kilometer von mir entfernt und der Platz auf der Wiese bleibt das Jahr über leer.
Allein
Allein entstand, weil ich verdammt allein war.
Ich lag auf dem Campus unserer Uni im Sonnenschein allein im Gras und beobachtete die anderen Studenten, wie sie in kleinen Gruppen vergnügt miteinander herumalberten, flirteten und sich unterhielten. Auf meiner Decke (okay, es war meine Jacke) saß ich ganz allein und beneidete die Anderen. Ich war nun einmal der Neue und erst seit wenigen Wochen dort, kannte noch Niemanden wirklich und wusste nicht wohin mit mir.
Ich lag dort, schnappte einen Stift und notierte auf meinem Ordner-Rücken diesen Text über Einsamkeit, Heimweh und Selbstzweifel.
Während ich also in meinen Gedanken vertieft notierte was ich fühlte, stand plötzlich ein langhaariger Kerl in der Sonne und spendete mir Schatten. Es war Toto, den ich wenige Wochen zuvor bei einer Tagung kennen gelernt habe und der in meiner Zukunft eine größere Rolle spielen sollte. Wir saßen kurz zu zweit auf meiner Jacke und unterhielten uns über Musik, Instrumente und Zukunftspläne. Inzwischen ist er die zweite Hälfte von den Daimones und sogar so etwas, wie ein Bruder und Mentor geworden.

Das ist die große Einsamkeit

28. Januar 2012 um 12:18 Uhr

Ich hatte immer eine sehr große Sympathie zu diesem Lied. Es strahlt für mich etwas friedfertiges aus. Außerdem gefällt mir der Kontrast zwischen Lyrik und Musik. Die Worte wirken glücklich, egal was deren Aussage ist. Leider kann ich nur auf diese Demo-Version zurückgreifen, die sicherlich in einer dieser magischen Moment Nächte entstanden ist. Mein Leben bestand damals ohnehin aus nichts anderem als meinem Musikzimmer. Das ist die grosse EinsamkeitIch schätze, dass an die 50 Lieder dort entstanden sind. „Das ist die große Einsamkeit“ ist ein kleiner Ausschnitt aus diesem unermüdlichen, kreativen Prozess, meiner ganz persönlichen Sturm und Drang Phase. Wir weinen stets nach innen, denn wir haben Durst hier drinnen.

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Momo

30. Juni 2011 um 20:10 Uhr

Manchmal ist es komisch. Man hat eine Melodie die man nett findet, spielt die kurz einmal an und schon wird der Unsinn aufgenommen. Momo war ein Unfall wenn man so will. Ich hatte mal eben diese Melodie angespielt und schon nahm Thorsten den Quatsch auf. Die vier Akkorde dazu waren auch schnell gefunden und fertig war das Thema. Bis zum frühen Morgen haben wir dann noch etwas daran rumgefeilt und klopften uns stolz auf die Schultern. Das macht ja sonst Niemand.
Während ich nach einer langen Studio-Nacht glücklich zuhause ankam und schlafen ging komplettierte Thorsten das Lied mit dem Gitarren-Zwischen-Part. Wahnsinn pur.
Der Text kam ein paar Wochen später dazu. Lieder müssen ja immer einen Text haben.
MomoNaja, ist halt so.

Nie werd ich geh’n.
Nie werd ich geh’n.
Nie werd ich geh’n.
Nie werd ich geh’n.

Niemals werd ich geh’n.
Niemals werd ich geh’n.
Niemals werd ich geh’n.
Niemals werd ich

ohne dich geh’n.

Ich brauch dich und ich will nicht ohne dich durchs Leben gehen.
ich weiß, auch du brauchst mich, ich hab’s geseh’n. Heut Nacht
träumte ich,
daß wir zusammen wär’n,
es war ein schöner Traum,
so hätte ich es gern.
Hand in Hand gingen wir zwei am Ufer entlang immer g’radeaus. ich wache auf
und realisier
das mit dir und mir
bleibt ein schöner Traum
….ein Traum

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Frühsport mit Sozialkritik

20. Mai 2011 um 11:44 Uhr

Wenn man kein guter Instrumentalist ist können Effektgeräte helfen. Bei „Mit mir rennen“ sollte Niemand hören wie unsagbar schlecht wir Gitarre spielen. Mit mir rennenKriegt man kaum mit, oder?
Als ich Thorsten das Lied zum ersten Mal vorgespielt habe, riet er mir ernsthaft Gitarrenunterricht zu nehmen.
Wir mögen uns.

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