In der alten Küche

16. Oktober 2014 um 13:24 Uhr

Sag, bist du im Zweifel?
In Sorge und in Hast?
In scheinbar auswegloser Seelennot?

Dann streich dir bei Zeiten
Großmutters Erdbeermarmelade
aufs frischgebackene Brot!

 

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Hast du mal zwei Zeilen übrig?

17. August 2014 um 01:19 Uhr

Übrig hab ich noch zwei Zeilen, die in meinem Geist verweilen.
Wann nur endlich kommt die Stunde, um sie einmal mitzuteilen?

Bin ich selbst denn in der Lage, teilweise – wenn auch wage –
mir für mich die Zeit zu schaffen? Das ist doch die wahre Frage.

Sicher kann man schnell mal eben Zeilen schreiben übers Leben.
Aber Lyrik wird’s doch nicht. Wem sollt mans zum Lesen geben?

Schreiben nur des Schreibens wegen? Liegt darin des Schreibers Segen?
Eher will ich für alle Tage meine Feder niederlegen!

Wenn ich Zeit find zum Verweilen, Zeit mich wieder mitzuteilen,
schreib ich gern auch mehr noch als zwei Zeilen.

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Die Fabel vom Weinen

14. Juni 2014 um 21:46 Uhr

„Warum weinst du ?“ fragte die kleine Raupe den Schmetterling, der aus seinem Kokon geschlüpft war und auf dem Stängel der Schlüsselblume saß.

„Weil ich glücklich bin. Aus welchem Grund sonst sollte ich weinen ?“

Da lächelte die kleine Raupe und kroch zurück in ihre Höhle, um sich mit nebelfarbigem Garn zuzudecken und vom Weinen zu träumen.

 

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Ich & Ich & all die anderen Ichs

4. Juni 2014 um 09:55 Uhr

Ich & Ich & all die anderen Ichs
sind gekommen um die Bestie des Landstreichers zu sehen
uns tief in ihren Rachen zu schmeißen
denn mit nichts anderem kann sie gefüttert werden

 

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Nach(t)forschung

27. April 2014 um 20:36 Uhr

Der Kopf explodiert
wie eine schnalzende Zunge
die auf Zeilen peitscht

Übermüdet an Bildern & Konzepten
nimmt er noch einmal richtig Schwung
sich tief einzubuddeln
unter die vielen Sandkörner aus Buchstaben
um von Schlaf und Nacht unentdeckt
im Lichte seiner eigenen Flamme weiterlesen zu können

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Der Würfel

5. Dezember 2013 um 22:40 Uhr

Wie viele Augen hätte deine Zukunft
wie gewagt wäre dein Wurf
welche Sehnsucht würdest du setzen

Wir hatten fast zwei Wochen
ein Bündel mexikanischer Pilze
tanzende Wände
bunte Fratzen
& neonflackernde Lichtkegel
die unter uns vorbei rasten

Die Gesichter im Gras sahen uns zu
& wir lachten, lachten, lachten

Heute hätte ich Angst vor dieser Welt
der Würfel läge schwer und unbeweglich in meiner Hand
& vor dem Fallen hätte er Angst
besonders vor den Fallen hätte er Angst

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Kammerspiele

5. April 2013 um 16:41 Uhr

Der Kopf steht nicht still
so still
still
still

Er pocht
und klopft
und quetscht
und drängt
die Zeit hinaus
ins randvolle Leben

Wer bist du wirklich
kopfloser Geist
schlaflose Seele

Wer wirst du sein
wenn die Freiheit dich vollendet

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Schade eigentlich

21. März 2013 um 19:35 Uhr

Ich hab heute Langeweile und ich stehe neben mir
Die Gedanken die mich treiben handeln alle nur von dir
Doch geh ich jetzt zu dir und klag dir mein Leid
sagst du mir am Ende du hast keine Zeit
Ich greife zum Hörer und rufe dich an
frag dich ob ich mal vorbeikommen kann
Ob du Zeit für mich hast und dich grad langweilst
und ob du den Abend heut` mit mir teilst
Ob wir was kochen, was essen und trinken
und noch danach in Gedanken versinken
Ob wir reden über Zeiten die wir schon teilten
und über Gedanken die in uns verweilen
Dann sagst du ganz nüchtern wir müssen’s verschieben
und mir bleibt nur noch mich zu verabschieden

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Fahrrad, Felder, Federball

13. Februar 2013 um 18:54 Uhr

Manchmal sind’s Sequenzen die im Gedächtnis bleiben,
Momente voller Ehrlichkeit.
Tage frei von Differenzen frei von betroffenem Schweigen,
von jeder Last befreit.

Zu zweit per Rad quer durch alle Wälder.
Was sollten wir verpassen?
Zu zweit – allein – über gelbe Felder.
Weit weg von allen Massen.

Was haben wir gelacht, was hatten wir für Spaß
wir waren überall.
Auf heißem Asphalt und auf dem Gras
spielten wir Federball.

Ich hab ihn fast vergessen den schönen heißen Tag,
zwei freie Geister allein
Erst heut kann ich ermessen was der Tag mir gab
mit herbem, rotem Wein.

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Dreizehn

18. Januar 2013 um 08:26 Uhr

Dreizehn
hinaus, hinaus
die Eltern schlafen
und wir schleichen uns durch die Nacht

Du bist mein bester Freund
und die anderen beinahe auch

Keine Mädchen im Sinn
nur die Nacht und ihre Verstecke

Jeder Blick voraus ein Abenteuer
jeder vergangene Minute ein weiteres Experiment
in den Gärten der Freunde
auf den Friedhöfen
draußen daheim

Wie dankbar ich dir bin
für einen kleinen Spaziergang
unter dem von Sternen beseelten Himmel der Nacht

Wie dankbar ich bin
dreizehn zu sein

und dich als Freund
und die Nacht als Versteck
und sanft schlafen all die Eltern
spüren keinerlei Gefahr

während wir wandern
nah dran sind
am Ende der Nacht
am Ende der Kindheit

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