Bonjour affaire de cœur

28. Januar 2016 um 16:25 Uhr

Pere Lachaise

Herzenswunsch

16. Oktober 2014 um 14:50 Uhr

Im Herbst kommen sie in Scharen
mit bunten Mützchen
und stinkenden Fahnen

Ziehen ihre Bahnen
über Felder und Pfützchen
wo zuvor noch Lebensräume waren

Nie wird ein Tag kommen
an denen ich diesen kranken Trieb kapier´
diesen Trip der Altnazis mit Bauerngewehren
die stolz marschieren in ihren lächerlichen Heeren

& wie so oft denk ich bei mir
lieber tausend tote Jäger
als ein einziges totes Tier

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In der alten Küche

um 13:24 Uhr

Sag, bist du im Zweifel?
In Sorge und in Hast?
In scheinbar auswegloser Seelennot?

Dann streich dir bei Zeiten
Großmutters Erdbeermarmelade
aufs frischgebackene Brot!

 

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Hast du mal zwei Zeilen übrig?

17. August 2014 um 01:19 Uhr

Übrig hab ich noch zwei Zeilen, die in meinem Geist verweilen.
Wann nur endlich kommt die Stunde, um Sie einmal mitzuteilen?

Bin ich selbst denn in der Lage, teilweise – wenn auch wage –
mir für mich die Zeit zu schaffen? Das ist doch die wahre Frage.

Sicher kann man schnell mal eben Zeilen schreiben übers Leben.
Aber Lyrik wird’s doch nicht. Wem sollt mans zum Lesen geben?

Schreiben nur des Schreibens wegen? Liegt darin des Schreibers Segen?
Eher will ich für alle Tage meine Feder niederlegen!

Wenn ich Zeit find zum Verweilen, Zeit mich wieder mitzuteilen,
schreib ich gern auch mehr noch als zwei Zeilen.

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Tintenklecksfass

17. Juli 2014 um 13:09 Uhr

Unentwegt treiben wir diese Zuflucht entlang
stranden hier, warten dort, halten doch nirgends an
stehlen dem Leben sein ureigenes Tintenklecksfass
bis die Farbe auf uns dann verblasst

Malen wir weiter Freiheit
dem Geist dunkles Gold
zeichnen Skizzen der Seele
wie ein Aschenkobold
tragen langsam dies Bildnis zu Grabe hinab
bis es drüben im Märchen erwacht

Leise tropfen die Sinne vom Himmel herab
am Fenster der Seele prasseln sie sorglos ab
drinnen packt der Wanderer sieben Sachen zusammen
und stürzt sich Tags drauf in die Flammen

Unentwegt treiben wir diese Sehnsucht entlang
tauchen hier, strömen dort, verdunsten doch irgendwann
stiehlt das Leben unser aller letztes Tintenklecksfass
erinnere mich so mein Herz nie verblasst

Die Fabel vom Weinen

14. Juni 2014 um 21:46 Uhr

„Warum weinst du ?“ fragte die kleine Raupe den Schmetterling, der aus seinem Kokon geschlüpft war und auf dem Stängel der Schlüsselblume saß.

„Weil ich glücklich bin. Aus welchem Grund sonst sollte ich weinen ?“

Da lächelte die kleine Raupe und kroch zurück in ihre Höhle, um sich mit nebelfarbigem Garn zuzudecken und vom Weinen zu träumen.

 

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Ich & Ich & all die anderen Ichs

4. Juni 2014 um 09:55 Uhr

Ich & Ich & all die anderen Ichs
sind gekommen um die Bestie des Landstreichers zu sehen
uns tief in ihren Rachen zu schmeißen
denn mit nichts anderem kann sie gefüttert werden

 

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Nach(t)forschung

27. April 2014 um 20:36 Uhr

Der Kopf explodiert
wie eine schnalzende Zunge
die auf Zeilen peitscht

Übermüdet an Bildern & Konzepten
nimmt er noch einmal richtig Schwung
sich tief einzubuddeln
unter die vielen Sandkörner aus Buchstaben
um von Schlaf und Nacht unentdeckt
im Lichte seiner eigenen Flamme weiterlesen zu können

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… aus einem Brief an einen Freund

um 20:32 Uhr

„Wendepunkte tun gut. Wir rammen unseren Anker in den Boden wie den Pflock in einen nicht greifbaren Vampir. Wir markieren Punkte auf der linearen Landkarte unserer Reise durch das Leben. Aber endlich rasen wir nicht, getrieben von der Sehnsucht, alles mitzunehmen bevor wir sterben – nichts auszulassen. Nein, hier an den Wendepunkten atmen wir tief durch, schlagen Wurzeln in den Boden und saugen die Nährstoffe, diese wichtigen Elixiere, auf in unseren Geist, unser Herz, unsere Seele oder in welche konstruierte Kammer auch immer. Ja, es sind alles konstruierte Kammern, mein guter Freund. Die Wirklichkeit ist immer gleichzeitig das, was sie ist und das was wir sehen. Wir nehmen immer nur einen Teil von ihr wahr, aber hier an den Wendepunkten, deren Klarheit uns wie ein lauwarmer Frühlingswind auf einer Bergspitze umweht – hier packen wir die Wahrhaftigkeit und erblühen. Und was fühlen wir uns geborgen, nah an der Quelle des Gipfels. Eine Quelle, die uns schon bald wieder mit hinab nehmen wird, tief im Tal in die Erde sackt und sich dort wandelt in einen reizenden Fluss der Unterwelt oder zu Wolken transformiert, um als kleiner Tropfen niederzufallen – wieder zurück am Wendepunkt, am Gipfel des Berges unserer Existenz.“

 

Der Würfel

5. Dezember 2013 um 22:40 Uhr

Wie viele Augen hätte deine Zukunft
wie gewagt wäre dein Wurf
welche Sehnsucht würdest du setzen

Wir hatten fast zwei Wochen
ein Bündel mexikanischer Pilze
tanzende Wände
bunte Fratzen
& neonflackernde Lichtkegel
die unter uns vorbei rasten

Die Gesichter im Gras sahen uns zu
& wir lachten, lachten, lachten

Heute hätte ich Angst vor dieser Welt
der Würfel läge schwer und unbeweglich in meiner Hand
& vor dem Fallen hätte er Angst
besonders vor den Fallen hätte er Angst

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